Die Honigbiene

 

Man geht davon aus, dass die Gattung der Honigbiene seit ungefähr 100 Millionen Jahren auf der Erde vorkommt. Der älteste Hinweis für die Existenz von Honigbienen – gefunden in einer Bernsteinmine im Norden von Myanmar – ist ein Bernsteinfossil mit einer in einem versteinerten Harztropfen eingeschlossenen Biene.

 

Im jedem gesunden Bienenvolk lebt eine Königin, im Sommer ungefähr 50.000 Arbeitsbienen, die sich im Winter auf ca. 7.000 reduzieren, sowie um die 1.000 Drohnen, die männlichen Bienen, die nur im Sommer vorkommen. Der Bien – ein historisch gewachsener Begriff für den Superorganismus des Bienenvolkes, in dem Honigbienen in Gemeinschaft leben – überwintert im Stock in der sogenannten Wintertraube und hält im gesunden Zustand Außentemperaturen bis weit unter 0°C stand.

 

Bei in etwa 13 mm Körpergröße wiegt die einzelne Arbeitsbiene etwas weniger als 1 g und erreicht im Flug eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h. Bei einer Lufttemperatur von mindestens 10° C verlassen die Flugbienen tagsüber den Bienenstock, um sich innerhalb eines Aktionsradius von etwa 6 km auf Nektar- oder Honigtausuche zu begeben.

 

Etwa 3 bis 5 Millionen Blüten fliegen die Insekten an, um drei Kilogramm Nektar zu sammeln, der nach dem Veredlungsprozess ein Kilogramm Honig ergibt. Dabei ist die Menge gering, die eine Biene von einem Sammelflug heimbringt. Ihr Honigmagen ist kaum größer als ein Stecknadelkopf, an die 60-mal müsste sie ihn aus den Blumen vollpumpen und wieder entleeren, um einen Fingerhut zu füllen. Das Nektartröpfchen, das die einzelne Blüte bietet, ist noch viel kleiner, und die Sammlerin muss an die 1.000 bis 1.500 Einzelblüten des Klees befliegen, um ihren Magen einmal zu füllen (Quelle: Karl von Frisch, Aus dem Leben der Bienen, Springer-Verlag, 1977)